Kleiner Berg, ganz groß: die Hahlealpe

Eine Wanderung, die wir immer wieder gerne und nicht nur einmal im Jahr unternehmen, ist die Genußtour auf die aussichtsreiche Hahlealpe. Dieser begrünte Rücken steht im Schatten der bekannten Tannheimer Kletterberge Gehrenspitze, Kellenspitze, Roter Flüh' und Gimpel.
Außer einheimischen Gebietskennern verirrt sich kaum ein Bergsteiger hierher.
Ganz zu unrecht, wie wir finden.




Wir umrunden den verträumten Frauensee und bleiben, wie jedes Mal an dieser Stelle, am "Ort der Kraft" stehen, gekennzeichnet durch die schöne mittelalterliche Minne-Abbildung auf Glas.
In altdeutscher Sprache steht mit Übersetzung in das Hochdeutsche geschrieben:
"So begehrlich Rosen sind, sie bergen einen spitzen Dorn:
Leid ist der Liebe angeborn."
In Gedanken versunken nehmen wir die erste Etappe unseres Weges unter die Bergschuhe.
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Am Rand der bequemen Forststraße begleiten uns die herrlichsten Veilchen.
Ein Wunder, wie die Blumen nach dem schneearmen Winter 2006 / 2007 die Trockenheit meistern.
Die Temperaturen sind für Ende April ungewöhnlich hoch, schon sommerlich.
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Die von Sonne, Wind und Wetter gegerbte Sulztalhütte lädt mit ihrer Sonnenterrasse zu einer gemütlichen Rast ein. Auf der Sulztalhütte findet jedes Jahr nach der Bergmesse auf der Hahlealpe ein gemütliches Beisammensein statt.
Dieser April 2007 bricht wirklich alle Rekorde; er wird als heißester und trockenster April in die Annalen der Meteorologen eingehen.
Der Grundwasserspiegel im Allgäu liegt jetzt im Frühjahr bereits auf dem niedrigen Niveau des Jahrhundertsommers 2003.
Die Gäste in unserem gastlichen Ferienhaus jedoch genießen in vollen Zügen das schöne Wetter.
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Hinter der Hütte liegt ein verschwiegenes Bänkchen mit schönem Blick zu Füssens Hausberg Säuling.
Daneben steht ein Holzbrunnen, den unser English Setter "Gigi" sofort in Beschlag nimmt, um seinen argen Durst zu stillen. |



Bis hierher hatte uns die Forststraße in weiten Kehren, die durch markierte Abschneider verkürzt werden können, bergan geführt.
Jetzt führt uns ein schöner Pfad in einen schier verwunschenen Zauberwald aus alten Bergfichten.
Die Sonne wirft helle Flecken auf den nadelübersäten Waldboden, aus dem wie kleine Riffe das Urgestein ragt.
Jedes Mal auf's Neue genießen wir dieses märchenhafte Wegstück.



| Am Ende des Hochwaldes treten wir auf die weiten Almböden der Hahlealpe hinaus.
Beim weiteren Aufstieg bleiben wir immer wieder stehen und genießen den weiten Blick:
Der wie jedes Frühjahr im Aufstau begriffene Forggensee mit breiten Uferrändern, daneben der Bannwaldsee.
Der Bergstock des Säulings, an seiner Westschulter erkennen wir als gelben und weißen Punkt die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein.
Im Mittagsdunst der Quellwolken schließt sich das weite Gipfelrund der Ammergauer Alpen an, direkt uns gegenüber das schöne Wandergebiet der Dürrenberg Alpe.
Das Land der blauen Berge.
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Panoramablick von der Hahlealpe: Füssen, Forggensee, Reutte, Ammergauer Alpen Video-Clip
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Bergmesse Hahlealpe - Schallerkapelle

Weiter führt der Weg über die von Krokus, Enzian und Schusternägelchen bunten Almwiesen, bis wir kurz unterhalb des Hahlejochs auf die Schallerkapelle treffen, bei der alljährlich im Sommer eine Bergmesse zelebriert wird.
Auich heuer findet die Bergmesse auf der Hahlealpe wieder statt:
Bergmesse Schallerkapelle: Sonntag, 25. Juli 2010, Beginn 11 Uhr
Danach gemütlicher Ausklang auf der Sulztalhütte bei Kuchen, Getränken und Musik.



... und auch wenn man hier, auf diesem gemütlichen, begrünten Grasrücken des Hahlejochs nicht von einem regelrechten Gipfel sprechen kann, dehnen wir die Gipfelrast zu einem ordentlichen Gipfelschläfchen aus.
Setter "Gigi" wacht schließlich über unseren Schlaf in der Mittagssonne.
Hinter uns ragen die Gipfel der Tannheimer Berge über dem Raintal empor: Gehrenspitze, Kellenspitze, Gimpel, Läuferspitze, Hahnenkopf und der langgestreckte Rücken der Großen Schlicke. 

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Die Berge des Raintals: Gehrenspitze, Köllenspitze, Gimpel, Schartschrofen, Große Schlicke Video-Clip
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Selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen - der Nachmittag ist schon weit vorangeschritten und wir wollen beim Abstieg noch der Costarieskapelle einen Besuch abstatten.
Diese Kapelle mit schönem Altarbild steht wie ein Adlernest am steilen Abbruch des Gehrenspitz-Massivs über dem Talkessel von Reutte und ist liebevoll renoviert worden.
Also: "Pfiat Di, Hahle!"




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