Wanderung auf die Große Schlicke (2.060 m)

Einer der großen Reize unserer Gegend ist die Lage nicht vor oder in, sondern unmittelbar an den Bergen. Füssen liegt somit an der Nahtstelle zwischen den sich hoch auftürmenden Alpengipfeln und der sanft geschwungenen Moränenlandschaft des Voralpenlandes.
Ebendies macht den Reiz unserer heutigen Wanderung aus, der Blick in die Berge und weit hinaus in's ebene Land.
Auf dem Foto rechts - aufgenommen von der Rohrkopfhütte am Tegelberg - erhebt sich der Höhenzug der Schlicke in Bildmitte über Schloß Neuschwanstein und Alpsee. Links neben der Schlicke ragen die Felstürme von Gehrenspitze, Kellespitze und Gimpel auf.
Im Vordergrund begegnen sich gerade die Gondeln der Tegelbergbahn im Bergschatten als zwei helle Punkte.

Füssener Jöchl - Große Schlicke

Lieber Besuch hat sich angekündigt! Unsere Freunde aus Thüringen, dem grünen Herzen Deutschlands, Sabine und Jürgen mit Sohn Philipp wollen in's Allgäu zum Wandern kommen.
Als "Eingehtour" wählen wir die Schlicke, die ihren Ruf als toller Aussichtsgipfel zu Recht trägt. Neben dem Normalaufstieg mit über 1.000 Höhenmetern und langem Anmarsch durch das Raintal bietet sich auch eine kurze Variante.
Und so schaukelt uns die Seilbahn bequem auf das Füssener Jöchle. Von hier zieht der Weg hinüber in's Raintal - mächtig baut sich der Gipfelstock der Gehrenspitze über dem Hahlejoch auf; links daneben ist die Zugspitze am Horizont zu sehen.
Die bedrohlich wirkende Nordwand des Gimpels ist bei Kletterern beliebt - wir begnügen uns mit dem Wanderpfad, der an diesem schönen Augusttag doch manchen Tropfen Schweiß fordert.
An der Vilser Scharte öffnet sich der Blick in's Tal: weit unter uns erkennen wir den Höhenzug des Zirmgrates, der vom Alatsee kommend zur Burgruine Falkenstein zieht. Hier wollte König Ludwig ein Schloß bauen, das selbst Schloß Neuschwanstein noch übertroffen hätte. Leider ist es nie dazu gekommen.

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|  Blick zu Geißhorn, Gehrenspitze, Gimpel, Vilser Scharte
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Gipfelschau Große Schlicke

Nach leichtem Höhenverlust und mäßig steigendem Weg gilt es kurz vor dem Gipfel doch noch etwas steilere Serpentinen zu überwinden - die Gipfelschau lohnt jedoch jede Mühe!Das Dreigestirn Geißhorn, Rauhhorn, Kugelhorn scheint zum Greifen nah, und unter uns leuchten die Seen des Füssener Landes: Alatsee, Weißensee, Hopfensee, Forggensee und Bannwaldsee, am Firmament schwimmen "Föhnfische".
Dank der Lage an den Bergen profitiert Füssen immer wieder vom Föhn. Bei schlechtem Wetter in Norditalien regnen sich die Wolken am Alpensüdrand ab und der bei uns vom Alpenhauptkamm ankommende, warme Fallwind Föhn bläst schlechtes Wetter einfach weg. Der Föhn gilt im Frühjahr auch als Schneefresser.
Jenseits des Lechs stehen aufgereiht die Zacken der Ammergauer Alpen mit dem Bergstock des Säulings im Vordergrund.


Gipfelrast Große Schlicke - Abstieg Füssener Jöchl

Nicht umsonst sagt man bei uns: "Brotzeit ist die schönste Zeit!" Und die schmeckt natürlich auf einem Gipfel nochmal so gut.
Während die Frauen dann einen gemütlichen Gipfelplausch halten, gehen wir ein Stück den Grat entlang und bestimmen die umliegenden Berggipfel. Wie immer allen voran unser Englisch Setter "Gigi", der bei keiner Unternehmung fehlen darf.
Die Zeit verfliegt im Nu - der Abstieg naht schon wieder. Das kleinsplitterige Geröll am Gipfelaufbau verlangt jetzt doch etwas Aufmerksamkeit.
Bis dann der Blick mit Stolz zurückgeht: Da waren wir heute oben!
Die Große Schlicke, ein großer Berg mit wirklich großer Aussicht!



Scans von Anno dazumal ...

... als es noch keine Digitalkameras gab. Einige nostalgische Scans von der Großen Schlicke.


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