Eine Bergtour auf das Geißhorn (2.249 m) in den Allgäuer Alpen

Es gibt in unseren schönen Bergen einige wenige Gipfel, die aufgrund ihrer Lage eine unvergleichliche Aussicht bieten - einer dieser Berge ist das Geißhorn in den Allgäuer Alpen.
Von unserer Bergtour auf die Große Schlicke hatten wir schon einen beeindruckenden Blick auf den eleganten Felsaufschwung des Geißhorns mit dem danebenliegenden Rauhhorn und Kugelhorn werfen können.
Da solch ein Berg nun, auch wenn er mit fast 1.100 Höhenmetern mit manchem Schweißtropfen erkämpft werden will, sehr viele Bergsteiger magnetisch anzieht, hatten wir uns diesen Panorama-Gipfel für den ruhigen Spätherbst aufgehoben.
Wir sollten nicht enttäuscht werden! 

Aufstieg auf das Geißhorn vom Vilsalpsee

Anfang November ist es dann soweit. Der Wetterbericht hatte nach einer klaren, kalten Nacht prachtvolles Bergwetter vorhergesagt.
In aller Frühe fahren wir die ansonsten von 10.00 - 17.00 Uhr für PKW gesperrte Straße hinter zum Vilsalpsee und lassen unser Auto auf dem kostenpflichtigen Parkplatz, der um diese Jahreszeit ganz verwaist ist, stehen. Bitterkalt empfängt uns die klare Bergluft, Rauhreif liegt über den Wiesen, kein Laut stört die Stille.
Dick eingepackt in Anorak, Mütze und Handschuhe umrunden wir den See bis zur Vilsalpe.
Hier beginnt der eigentliche Aufstieg. Der Wanderweg wird zum steilen Bergpfad, der über einige Schrofenstufen zu den Almmatten führt. Endlich begrüßt uns hier die Sonne.
Welch ein Kontrast: Unten im Tal liegt der stille Spiegel des Sees gesäumt von Rauhreif, oben am Berg wärmt die Sonne so angenehm, daß wir unsere langen Hosen bis zu den Knien aufrollen - und das im November!
Mit jedem Schritt in die Höhe öffnet sich der Blick weiter, die Felsgipfel der Tannheimer Gruppe stehen im klaren Morgenlicht neben den grünen Bergwiesen von Neunerköpfle und Sulzspitze.
Über das Joch des Geißecks steigen wir den Gipfelgrat entlang, auf der Nordseite des Geißhorns begrüßt uns Schnee, der Vorbote des Winters, der bald mit aller Macht Einzug halten wird (der folgende Winter 2005 / 2006 brachte Unmengen Schnee bis in das späte Frühjahr).


Gipfelschau vom Geißhorn

Jetzt ist der Gipfel zum Greifen nah!
Nur noch wenige Schritte und eine nach allen Himmelsrichtungen uneingeschränkte Sicht tut sich auf.
Am Gipfelkreuz wehen tibetische Fahnen, und man wähnt sich heute hier eher auf einem abgelegenen und einsamen Berg im Himalaya als auf dem vielbesuchten, ja fast schon überlaufenen Parade- und Modegipfel des Geißhorns.
Nach Süden streift der Blick über die zahllos scheinenden Gipfel der Lechtaler Alpen zu den Gletschern des Alpenhauptkamms. Markant recken sich in Bildmittte die Schlenkerspitze, Dremelspitze und Kogelseespitze - letztere hatten wir bereits im Sommer in einer ebenso schönen wie langen Tour mit insgesamt 9 Stunden im Auf- und Abstieg besucht.
Ein ebener Vermessungsstein bildet die glatte Unterlage für die Kamera und schon macht der Selbstauslöser Klick.
Am rechten Bildrand baut sich markant der Felsklotz des Wettersteinmassivs mit dem Gipfel der Zugspitze auf.
Wir genießen lange das beeindruckende Panorama, bis uns die länger werdenden Schatten der doch schon sehr kurzen Herbsttage an den Abstieg erinnern - zu gerne möchten wir noch länger bleiben!




Nach steilem Abstieg empfängt uns der Vilsalpsee mit dem gleichen unberührten Wasserspiegel wie am Morgen ... nur liegt ein Bergtag voller Eindrücke und Erlebnissen hinter uns.
Die späte Abendsonne läßt die letzten hohen Gipfel leuchten, wir kommen sicher wieder.

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Vilsalpsee
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